Unboxing: Softears RS10 Custom (Deutsch)

Willkommen zum Unboxing des Softears RS10 als Custom, also in der maßgefertigten Version. Sehr wahrscheinlich ist dies der erste seiner Art in Europa oder gar im Westen. Bei dem, was Softears hier geleistet hat, wird es aber vermutlich nicht bei diesem einzigen bleiben.

Die Marke Softears

Ich habe Softears schon im Review zum ebenfalls grandiosen RSV vorgestellt. Im Prinzip sitzt hinter der Marke ein talentierter Entwickler, der seine Künste auch schon bei MoonDrop unter Beweis gestellt hat. Unter Softears sollen aber dem Aufwand keine Grenzen gesetzt werden und stattdessen wird hier weniger aufs Budget geachtet. Meinem Verständnis nach soll das Team aus Chengdu hier zeigen zu was es fähig ist.

Der Softears RS10

Beim Reference Sound 10 (RS10) handelt es sich um einen der beiden Top-Modelle von Softears. Wie der Cerberus auch, liegt der RS10 preislich bei 2.099 € für die universelle Passform. Die handgefertigte Custom-Variante, wie hier vorgestellt, schlägt mit 2.399 € zu Buche. Natürlich stehen dem Kunden etliche Design-Optionen zur Verfügung. Damit man die innovative Technik auch gut sehen kann, habe ich mich für das gleiche transparente Design des Universals entschieden. Und zu sehen gibt es viel! Im RS10 steckt u.a.:

  • 10 aktive Balanced Armature-Treiber pro Seite
  • ein komplexes 5-Wege-System bestehend aus 14 weiteren Komponenten
  • 1 passiver Treiber um Druck aufs Trommelfell zu reduzieren und den Bass zu verbessern
  • proprietäre, selbstentwickelte Treiber
  • Handarbeit (sowohl beim Universal als auch beim Custom)

Das Unboxing

Das High-End Modell RS10 siedelt sich preislich am oberen Ende an. Bei über 2T€ konkurriert Softears direkt mit 64 Audio und ist sogar teurer als jeder IEM von Campfire Audio. Natürlich gibt es noch einige Konkurrenzprodukte, die noch ein Vielfaches mehr verlangen, aber bei denen auch der klangliche Mehrgewinn in Frage gestellt werden muss. Softears möchte den Preis ganz eindeutig nicht durch aufwändige Verpackung oder unnötig teure Materialien hochtreiben, sondern berechnet die aufwändige Technik und die damit einhergehend nötige Aufmerksamkeit zur Perfektion. Somit kommt der RS10 etwas nüchtern in einem Pappschieber daher, auch wenn das Transport-Case immerhin optisch an Leder erinnert. Dennoch ist das Unboxing-Erlebnis für mich als Apple-Fan etwas enttäuschend, zumindest wenn man berücksichtigt, dass der RS10 fast so viel wie ein halbes durchschnittliches Monatsgehalt in Deutschland kostet.

Der RS10 ist eindeutig kein Luxusprodukt, sondern ein High-End-Werkzeug.

Das ist allerdings nichts neues für mich. Auch meine über 3T€ teuren 64 Audio wurden nicht pompöser in Szene gesetzt. Auch bei professionellen Studio Monitoren, die klanglich fast gar nicht zu übertreffen sind und in den besten Studios Unterkunft finden, verzichten meist auf attraktive Verpackungen. Eine ganz wichtige Feststellung ist also: Der Preis ist kein Indiz für die Leistung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der RS10 ist eindeutig kein Luxusprodukt, sondern ein High-End-Werkzeug.

Komfort

Trommelwirbel…. Sie sitzen wie angegossen! Tatsächlich ist das zwar eine Erleichterung, aber keinesfalls eine Überraschung. Bevor sich Softears an den Einbau der Technik gemacht hat, haben sie mir vorab Dummy-Schalen geschickt, damit ich die Passform überprüfen kann. Dieser Service ist absolut lohnenswert, denn je nachdem wo die Abdrücke genommen werden, können Unterschiede auftreten. Oder eventuell war der Kiefer bei der Abdrucknahme doch nicht in der optimalen Position. Da allerdings auch die Dummy-Formen von Hand gefertigt werden, kostet dieser Service ca. 60€ extra. Die 2,5% des Kaufpreises sind gut angelegt und werden von mir unbedingt empfohlen! Ganz besonders, wenn dies das erste Paar an Customs sein werden soll! Customs haben auf jeden Fall ihre Vorteile, aber je nach Passform kann unter Umständen vielleicht sogar der Universal-Fit vielseitiger sein. Um das Beste aus beiden Welten zu vereinen, gibt es den Trick der selbstgebastelten Aufsätze aus Gehörschutz-Schaumstoffen. Schreibt uns unten einen Kommentar, wenn ihr eine Anleitung dazu wollt.

Customs haben auf jeden Fall ihre Vorteile, aber je nach Passform kann unter Umständen vielleicht sogar der Universal-Fit vielseitiger sein.

Die Abdrücke für dieses Paar Customs habe ich übrigens bei In-Ear-Monitoring Berlin machen lassen. Bei dem Team handelt es sich vielleicht um das erfahrenste in Deutschland. Die Abdrücke kosten übrigens 40 €, wofür man zusätzlich auch einen digitalen Scan erhält. Die RS10 wurden vom Scan gebaut, doch auch für die eigentlichen Abdrücke habe ich noch Verwendung gefunden. Was daraus wird, erfährt ihr ein anderes Mal.

Unterschiede zwischen Custom und Universal

Bei der Verpackung gibt es keinen Unterschied zwischen der universellen Passform und dem fertigen Custom. Wobei dem Custom natürlich keine Ohrpassstücke beiliegen, die der Universal benötigt. Der Standard-Variante des RS10 liegen zwei Sätze an Passstücken mit je 3 Größen bei. Besonders die Silikon-Tips fand ich sehr griffig und weich. Das soll uns an dieser Stelle jedoch nicht interessieren, denn uns geht es jetzt um die Maßanfertigung.

Direkt wird klar, der RS10 klingt als Custom nochmals ausgewogener und noch transparenter. Der ohnehin schon großartige RS10, der im Grunde genommen das Verständnis von Klang mit dem RSV teilt, kann je nachdem jedoch den Fokus auf die Mitten ziehen. Bei der Custom-Variante erstreckt sich der Hochton jedoch weiter und auch der Tiefbass wird noch ein ein kleines bisschen fester und präsenter. Fürs vollständige Review werde ich noch etwas mit den Aufsätzen experimentieren und versuchen, dass sich beide Varianten annähern.

Ersteinschätzung

Der Ersteindruck liegt schon lange hinter mir. Mittlerweile zähle ich 6 Wochen mit RS10 und komme täglich nicht mehr aus dem Staunen raus. Meinem Verständnis nach, ist der RS10 der transparenteste Ohrhörer den ich je erlebt habe. Audiophile, Produzenten und Toningenieure sollten unbedingt aufhorchen! Mindestens schulde ich euch noch einen detaillierten Vergleich mit den 64 Audio A18t und vor allem dem kleineren Softears-Bruder RSV. Wer also auf der Suche nach Referenz-Sound und Referenz-Leistung ist, sollte bald für das vollständige Review wiederkehren.

Meinem Verständnis nach, ist der RS10 der transparenteste Ohrhörer den ich je erlebt habe.

Alle Fotos gibt es auch in hochauflösend. Diese verlinke ich unten. Außerdem freue ich mich, wenn ihr unserem neuen instagram-Account folgt.

Instagram-Button for 83dB Reviews