Datenbank für Messungen

Transparenz ist uns in unseren Rezensionen wichtig. Messungen können eine wichtige visuelle Hilfe sein, um die Klangbeschreibung zu unterstützen. Deshalb teilen wir rohe und unkompensierte Messungen. Die Frequenzgangmessungen führen wir an einem In-Ear-Messgerät der Marke 60318-4 durch, dem Nachfolger des berüchtigten IEC 711. Bitte beachtet jedoch folgendes:

Im Gegensatz zu Lautsprechern wollen wir bei IEM keine flache Kurve sehen.

  1. Im Gegensatz zu Lautsprechern wollen wir bei IEM keine flache Kurve sehen. Aufgrund der Evolution sind unsere Ohren darauf ausgelegt, bestimmte Frequenzbereiche zu verstärken. Je nach Forschung werdet ihr feststellen, dass unsere Ohrform den 3 kHz-Bereich um bis zu 15 dB verstärkt. Im Durchschnitt liegt dieser Wert etwas niedriger, aber bei mindestens 10 dB. Er kann sich auch etwas nach unten zu 2,75 kHz oder leicht über 3 kHz verschieben, abhängig von der individuellen Anatomie. Zur Orientierung haben wir in den Diagrammen dezente Richtlinien eingefügt. Diese Frequenzverformung hilft uns bei der Kommunikation, da sie die Sprachverständlichkeit und Klarheit erhöht. Sie hilft aber auch, uns aufmerksam zu machen und weniger angenehme Geräusche aufzufangen. Aus letzterem Grund werdet ihr in den meisten Kurven sehen, dass dieser Bereich nicht der empfohlenen Anhebung folgt, obwohl das für eine neutrale Wiedergabe dennoch der Fall sein sollte.
  2. Wir markieren bei jeder Messung die Resonanzspitze. Genau wie der reale Gehörgang bildet der Kuppler bei eingesetztem IEM einen geschlossenen Zylinder. Dadurch ergeben sich stehende Wellen mit Knotenpunkten an den harmonischen Schwingungen. Ihr werdet also feststellen, dass ein hochfrequenter Bereich unnatürlich angehoben sein kann. Tatsächlich tritt diese Resonanz auch im Gehörgang auf, aber aufgrund der anderen Beschaffung in einem wohl geringeren Ausmaß. Diese Spitze ist stark abhängig von der Bauart und Passform des IEM und kann sich auch mit einer tatsächlich gewollten Anhebung überlagern. In Abhängigkeit von der Einstecktiefe kann die Resonanzspitze nach oben oder unten verschoben werden. Es ist wichtig, dass derjenige, der die Messung durchführt, sich das Produkt auch genau anhört und sein Gehör mit der tatsächlichen Messung abgleicht. Nur diese Person kann genau sagen, welcher Peak die Resonanz ist. Ganz wichtig: Eure Erfahrung kann aufgrund einer individuellen Ohrform, der Verwendung verschiedener Ohrstöpsel oder einfach einer anderen Anatomie anders ausfallen.
  3. Wir haben kein Ziel für die Basswiedergabe definiert. Grundsätzlich könnte sie linear flach sein und der 90 dB SPL-Linie folgen. Obwohl es von den Vorlieben abhängt, genießen die meisten Menschen eine Anhebung des Tiefbasses, um die fehlende Körperlichkeit von Ohrhörern zu kompensieren. Ein verstärkter Bass kann auch niedrigere Lautstärke ausgleichen. Je nachdem, wie gering die Verzerrungen sind, kann eine Anhebung um 6 dB bei 60 Hz noch im neutralen/natürlichen Bereich liegen.
  4. Wir führen die Messungen an einer sehr niederohmigen Quelle durch. Dies ist mindestens ein RME ADI-2 DAC oder ein Chord Hugo 2. IEM können sehr empfindlich auf die Ausgangsleistung der Quelle (oder des Kabels) reagieren, weshalb andere Seiten andere Kurven zeigen können oder euer tatsächliches Hörerlebnis nicht mit der gezeigten Messung übereinstimmt.
  5. Der Frequenzgang ist subjektiv der wichtigste Faktor für die Klangqualität. Er ist jedoch nicht die ganze Wahrheit. Verzerrung, Phase und Einschwingverhalten sind nur einige weitere wichtige Eigenschaften, die zur Definition der Klangqualität beitragen. Ihr werdet feststellen, dass IEM, die sich ähnlich messen, dennoch sehr unterschiedlich klingen können.
  6. Produktvarianz ist ein tatsächliches Problem. Wir haben schon oft erlebt, dass der gleiche IEM etwas anders klingen kann. Das ist bei höheren Preisen und strengeren Qualitätskontrollen weniger wahrscheinlich, aber dennoch nichts Ungewöhnliches. Hinzu kommt, dass auch Messungen einen Spielraum für Fehler haben. Nehmt daher alle Kurven mit Vorsicht und vertraut zuerst euren Ohren!

Ganz wichtig: Eure Erfahrung kann aufgrund einer individuellen Ohrform, der Verwendung verschiedener Ohrstöpsel oder einfach einer anderen Anatomie anders ausfallen.